Ich mach‘ blau // Cyanotypie

Lang, lang ist’s her, als ich hier das letzte Mal was von mir hören ließ. Das soll sich nun ändern, denn ich habe euch eine Technik mitgebracht, die es sich auf jeden Fall einmal lohnt auszuprobieren:

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Cyanotypie, manchmal auch Blaudruck genannt, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt und gilt nach der Daguerrotypie und der Talbotypie als drittes Verfahren zur Herstellung stabiler fotografischer Bilder (zum Glück gibt’s Wikipedia!). Man kann also durchaus lobend erwähnen, dass Sir John Herschel sich mit seiner Entdeckung in die Riege einiger berühmter Fotopioniere einreihte.

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Hier geht’s zum Original

Die Idee dazu, das selbst auszuprobieren, bekam ich beim diesjährigen Lomowochenende in Stuttgart, bei dem ein Workshop zur Cyanotypie angeboten wurde. Nach kurzer Zeit in einem sehr kleinen und sehr stickigen Raum mit knapp 15 Leuten war ich begeistert von der Technik und kaum wieder zuhause dauerte es nicht lange, bis ich die benötigten Chemikalien und Utensilien bestellt hatte.

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Wenngleich das Ganze auf den ersten Blick ziemlich aufwändig erscheint und der Kauf von bereits vorbehandeltem Papier zur Anfertigung von Cyanotypien um einiges leichter wäre, macht der ganze Prozess richtig Spaß. Das Anmischen der Chemikalien, das Einstreichen und Trockenföhnen der Papiere in der Dunkelheit, das Anordnen der Folien mit dem zuvor ausgewählten Wunschmotiv, das Platzieren im Sonnenlicht… und schließlich die Aufregung und Anspannung, wenn das giftige Grün sich langsam dunkel färbt – ein wahres Abenteuer!

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Ein bisschen Experimentieren gehört aber auf jeden Fall dazu, denn die Belichtungszeit gut abzupassen gelingt nicht immer auf Anhieb. Und auch die Wahl des Papiers bietet einige Tücken: Die erste Runde mit Aquarellpapier war eher für die Tonne, weil sich das Papier nach dem Auswaschen der Chemikalien ziemlich wellt. Man könnte es dann natürlich einfach pressen, allerdings kann man auch gleich Büttenpapier nehmen. Da wiederum gibt es eine so große Auswahl, dass ich mich erst noch auf die Suche nach dem perfekten begeben muss.

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Kleiner Tipp: Wer öfter Cyanotypien anfertigen oder vor allem im Herbst und Winter tüfteln will, für den lohnt sich die Anschaffung einer UV-Lampe. Damit ist man nicht auf die Sonne angewiesen, die in den nächsten Monaten ja eher selten zu Gast sein wird, und die „Belichtungszeiten“ verkürzen sich wesentlich. Wir haben nun schon eine ziemlich alte Schachtel von mit einer UV-Lampe (aka Gesichtsbräuner) organisiert, jetzt muss sie bloß noch ausprobiert und auf ihre Vorzüge getestet werden!

Falls ihr euch nun selbst an Cyanotypien wagen wollt, findet ihr die ein oder andere Anleitung und Tipps dazu in den Weiten des Internets. Bei speziellen Fragen könnt ihr aber auch gern in den Kommentaren nachfragen, ich teile meine raren Erfahrungen gern mit euch.

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